Einmal Dornröschen sein – eine Nacht im Schlosshotel

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Dornröschen hatte es gut

100 Jahre lang schlafen wie Dornröschen und dann wachgeküsst werden? Auch keine schlechte Idee, aber wir würden uns wohl im neuen Zeitalter nicht mehr zurechtfinden. Wer weiß schon, was in den nächsten 100 Jahren alles passiert!

Kurzurlaub mit Freunden im Schlosshotel

Aber einen Tag und eine Nacht in einem Schlosshotel verbringen – das haben sich mein Märchenprinz (der sich gelegentlich in einen Frosch verwandelt) und ich dieser Tage gegönnt. Anlass war ein Geburtstagstreffen mit Freunden aus der Studentenzeit in der schönen Steiermark. Die Jubilarin hatte sich gewünscht, dass die anderen Oldies mit ihr einige Zeit verbringen, dass man der vergangenen jugendlichen (Alkohol-)Sünden gedenkt, sich an nette Begebenheiten erinnert und bei einigen gemütlichen Gläschen zusammensitzt und plaudert. Viel gibt es immer zu erzählen. Berufliche Änderungen, die Kinder ziehen aus oder wieder ein, das erste Enkelkind macht jemanden zur stolzen Oma oder zum kindischen Opa, schöne Urlaubsreisen – das sind die positiven Themen. Leider mischen sich die kleinen Wehwehchen und Zipperlein auch schon munter ins Gespräch. Nun ja, wir sind nicht mehr die Jüngsten, aber die Best Agers!

Majestätisches Ambiente

Das ehrwürdige Schlosshotel hat schon viel mehr Jahre als wir auf dem Buckel. Und trotzdem präsentiert es sich auf charmante Weise, ist liebevoll renoviert und der eine oder andere Rosenstrauch rankt sich am Gemäuer empor oder wächst im Schlossgarten. Schon von außen wirkt es freundlich und einladend und hat nichts von einem kalten unbequemen Schloss an sich. Natürlich verstärkte dies der strahlende Sonnenschein und der blitzblaue Himmel, Kaiserwetter für uns!

Ich kenne viele schöne Hotelzimmer, doch eine Übernachtung im Schlosshotel war für mich eine Premiere. Schon am Nachmittag spazierten wir durch die Weinberge und genossen die schönen Ausblicke der grünen Steiermark, begleitet von einem jungen übermütigen Hund, der alle Gäste ausgiebig begutachten musste. Bei insgesamt 10 Personen hatte er einiges zu erschnüffeln. Die grünen Rebstöcke, die für die hervorragenden Weine sorgen, die blühenden Rosen davor und der duftende Lavendel – das alleine war schon einen Ausflug wert.

Die königliche Gesellschaft lässt bitten

Gegen 18 h versammelten wir uns dann im Gastgarten des Schlosses mit Ausblick auf das weite Land, dem die Sonne Österreichs sehr gewogen ist. Bananenstauden und Palmen sind in der Südost-Steiermark keine Seltenheit, Schnee gibt es nur wenig. Und siehe da – nicht jeder nippte gleich am Wein –  Trauben- und Quittensaft wurde bestellt. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass wir keine 30 mehr sind.

Was dann folgte, war ein wahrhaft königliches Dinner. Nicht nur der Gaumen, auch die Augen wurden bedient – ein fürstlicher Schmaus! Wunderbares vom Lamm, Rind oder Fisch mit köstlichen gesunden Beilagen. Portionen, von denen man satt wird und nicht nur ein Krümelchen am Teller vorfindet, wie es leider in der gehobenen Küche oft der Fall ist. Und dann erst die Desserts! Frische Früchte, cremige Schokoladen, Kürbiskern-Köstlichkeiten… Kein Wunder, dass eine liebe Freundin in Begeisterung ausbrach, als ihr bewusst wurde, dass sie zwei Nächte hier verbringen würde und daher nochmals in den Genuss eines Abendessens käme! Die Erleichterung war ihr deutlich anzusehen. Wie schön für sie, dass sie sich jetzt nicht zwischen Fleisch und Fisch entscheiden musste, sondern beides konsumieren konnte.

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Für eine Nacht voller Seligkeit

Die ersten Kollegen verließen schon um 22 Uhr das gesellige Beisammensein. Sicher nur, um das feudale Fürstenzimmer gebührend genießen zu können. Es wird doch keiner auf die Idee kommen, dass das erste Glas Wein am Nachmittag doch etwas zu früh angesetzt war? Die tapferen Ritter zogen sich nach und nach auf ihre Gemächer zurück, bis auch wir und das Geburtstagskind – der harte Kern – sich zur Ruhe begaben. Wir nächtigten im Burghofzimmer, mit großer Terrasse. Jedes Zimmer trägt einen eigenen Namen und ist individuell eingerichtet, mit viel Liebe zum Detail. Moderner Komfort in geschichtsträchtigen Mauern – eine perfekte Kombination!

Kein Schlossgespenst störte unseren Schlaf, keine Ahnengalerie wurde lebendig. Ausgesprochen ruhig und friedlich lagen wir in unseren Federbetten und träumten davon, „Baron und Freifrau von und zu“ zu sein. (Dazu gibt es eine nette Stilblüte: „Die holden Burgfräulein warteten in ihren Kemenaten auf ihre ausgezogenen Ritter“.)

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Morning has broken

Auch beim gemeinsamen Frühstück – oh Wunder, 10 Leute an einem Tisch und alle stocknüchtern (Hilfe! Wir werden wirklich alt!) – spürte man die Harmonie, zwischen uns und zwischen den alten Mauern. Ein Frühstücksbuffet, das keine Wünsche offen ließ, und ein Wetter, das uns zum Wandern animierte. Nachdem das lustige und übliche Chaos – wer fährt mit wem wann oder wo hin – geklärt war, trafen sich sieben wanderfreudige Personen samt Hund im Nachbarort zu einem gemütlichen Rundwanderweg. Ein armer kranker Ritter, der stark verkühlt zu Besuch gekommen war, blieb mit seiner treusorgenden Gattin im Hotel und unser Geburtstagskind, das sich gerne dem Wandern widersetzt. Nach dem Motto:“ Kann man, muss man aber nicht!“

Ein Weg der Sinne

Hügel rauf und Hügel runter – das ist charakteristisch für die Steiermark. Aber nach jedem Hügel folgt wieder ein Tal, und immer kommt ein schattiges Wäldchen oder ein Bach daher, wenn es einmal besonders heiß und anstrengend ist. Nicht zu vergessen die vielen Buschenschänken, die an den Wegen liegen und bei denen man immer neue Energie tanken kann. Drei wunderschöne Wanderstunden waren im Nu vorbei und schon hieß es für uns wieder Abschied nehmen. Ein paar Glückliche durften eine weitere Nacht im Schlosshotel verbringen, sich zum Gelage treffen und dem Weine zusprechen. Ob da die Ritterrüstung nicht doch zu eng wurde?

Ihr wollt wissen wo dieses wunderbare Domizil versteckt ist? Ausnahmsweise gebe ich mein Geheimnis preis: SCHLOSS KAPFENSTEIN bei Feldbach.

Alles Wissenswerte findet ihr unter http://www.winkler-hermaden.at/

 

 

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