„Von der Stirne heiß, rinnen muss der Schweiß“

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Sorry, lieber Herr Friedrich von Schiller, aber dieser Reim aus der Ballade „die Glocke“ passt so herrlich zum Beginn meines Sauna-Blogs. Denn man geht nun einmal in die Sauna, um so richtig zu schwitzen, oder?

Dabei bin ich eine „Spätberufene“. Jahrelang habe ich mir eingebildet, dass mir eine Sauna zu heiß ist und mir dort schlecht werden könnte. Dass ich nicht ins Freie flüchten darf und außerdem doch alle anderen viel schlanker und schöner sind. Lauter Fehlurteile! Mittlerweile halte ich es durchaus auf Stufe 2 aus, freue mich auf einen ordentlichen Aufguss – am liebsten mit Duft nach Orange, Rosmarin oder Latschenkiefer. Und ich stürze mich sogar ins kalte Tauchbecken. Falls Unbehagen auftreten sollte, weiß ich, dass ich jederzeit – sogar beim ach so heiligen Aufguss! – aus der Kabine gehen kann ohne gesteinigt zu werden. Aber bisher musste ich noch nie vorzeitig flüchten. Na ja, was die Schönheit der anderen anbelangt – ich bin mit mir sehr zufrieden!!! Außerdem ist die Sauna gesund, dient zur Abhärtung, fördert das Immunsystem – was will man mehr?

Mittlerweile gehe ich samt Ehegespons  – schon lange ein bekennender Vielschwitzer – am Sonntag in die Sauna. Wir lassen uns Zeit, machen nach Lust und Laune 2 – 3 Aufgüsse, verbringen ca. 4 Stunden im Saunaparadies. Am schönsten ist der Moment, wenn man sich nach Aufguss und Abkühlung in den Liegestuhl fallen lässt. Das Herz pumpt, Leichtigkeit und Schwerezustand halten sich die Waage. Ein Gefühl, das ich nur im Saunaruheraum kenne.

Ich bevorzuge die gemischte Sauna. Nicht weil es dort so viele tolle muskelbepackte Männer gibt – meine böse Zunge behauptet, eher das Gegenteil – sondern weil es ganz einfach  lustiger ist. In der Frauensauna ist es mir nämlich oft fad, weil keine redet. Oder es ist derartig laut, weil sich viele beste Freundinnen wieder jeden erdenklichen Tratsch erzählen.

In der gemischten Sauna, in der meistens der Männeranteil überwiegt, ist es gleich gemütlicher. Wenn sich die Richtigen treffen, kann es schon vorkommen, dass ich amüsierte Zuhörerin eines Witzefeuerwerks bin, bei dem nicht alle, aber viele Gags zünden. Die Sauna ist, zumindest für mich, der einzige Ort, an dem immerhin ab und zu noch ein Witz erzählt wird.

Und wenn es einmal nicht ganz so lustig ist, dann höre ich lieber zu, wie eine Bergtour abgelaufen ist oder wie man einen Zirbenschnaps ansetzt. Ich bin sehr feminin, aber das „mein Kind ist das Allerbeste-Getue“ und „weißt du schon, die X hat den Y mit der Z gesehen“ – das brauche ich in der Sauna nicht. Dieses Mal Daumen nach oben für die Herren!

Was gehört in die Sauna-Tasche?

Aber es darf jeder schwitzen mit wem er will, wann und wo er will, mittlerweile gibt es ein reichhaltiges Saunaangebot in wunderschönen Thermen oder Hallenbädern. Aber was nehme ich in die Sauna mit? Badeschlapfen, ein großes Sitzhandtuch, eines zum Abtrocknen, den Bademantel, frische Wäsche, Shampoo, Bürste/Kamm, Kopfhörer, Wasserflasche, Lesestoff…
Plastiksack, großer Rucksack, Minikoffer – im Prinzip muss das Behältnis in den Spind oder ins Regal passen. Styleshop24 bietet praktische Freizeittaschen aus strapazierfähigem Nylongewebe, die sich bestens für einen Sauna- und/oder  Fitnesscenterbesuch eignen und zusätzlich der reinste Augenschmaus sind. Bei Brics gibt es eine wahre Farbenvielfalt, seit neuem  ist der aparte Leoprint im Sortiment. Ecoalf bietet besonders leichte Gym Taschen in orange, khaki oder dunkelblau, die alle aus recycelten Materialien hergestellt sind. Da freut sich die Natur.

„Wohltätig ist des Feuers Macht, wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht“ –  zum Ende nochmals ein Vers von Friedrich Schiller. Als Dank an alle offiziellen sowie freiwilligen Aufgussmeister. Sie sorgen immer dafür, dass es ordentlich brodelt und zischt. Es wird einem so richtig heiß ums Herz und man hat die Gewissheit, dass alles sicher und unter Kontrolle ist. Ein goldenes Saunatuch für sie!

PS.: Die Erdbeere auf dem Foto ist kein Dekorationsartikel sondern ein Saunahut, der verhindert, dass einem die Hitze zu Kopfe steigt. Außerdem schützt ein Saunahut die Augen vor einem zu scharfen Aufguss und  die Haare vor Spliss. In Finnland, Litauen, Lettland, Estland und Russland keine Seltenheit mehr, in unseren Breiten wird man eventuell noch belächelt und die Frage: „Ist es dir nicht heiß genug?“ kommt sicher einem Scherzbold über die Lippen. Dem Sonnenhutträger ist es im Sommer ja auch nicht zu kalt, oder?

 

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