Almrausch in den Bergen

Der richtige Almrausch

Jetzt hat der Almrausch wieder Hochsaison. Ich spreche – wie ihr sicher schon erraten habt – nicht von den Schnapsdrosseln, die sich ein Stamperl nach dem anderen hinter die Binde gießen, sondern von der gewaltigen prächtigen Blüte des Almrausches, auch unter dem Namen Almenrausch, Alm-, Alpen- oder Steinrose bekannt.  Unter „Rhododendron hirsutum“ können sich nur Pflanzenexperten und/oder Liebhaber des Lateins etwas vorstellen. Dass die Alpenrosen aber den Rhododendren gleichen, die wir in unseren Gärten gerne pflanzen und die uns ab April mit ihrem Blütenmeer verzaubern, das sieht man auf den ersten Blick.

Leuchtende Farben

Zartes Rosa, leuchtendes Pink oder helles Rot – die Blüten der Almrosen haben viele Nuancen, aber eines gemeinsam – sie tauchen nun die saftigen grünen Almwiesen in einen rosaroten Schimmer und dieses Bild ist so richtig kitschig, besonders wenn dann im Hintergrund noch ein blauer See zu sehen ist, wie hier auf der Tauplitz-Alm der Steirersee (Steiermark). Je nach Höhenlage ist im Juni/Juli mit der Blüte zu rechnen. Während des Jahres ist der Almrausch aber auch kein Mauerblümchen, sondern ein immergrüner Strauch mit stark buschigem Wuchs, kräftigen Ästen und dichten Zweigen.

6-Seen Tour auf der Tauplitz Alm/Steiermark

Wer die Gelegenheit zum Wandern hat, sollte dies unbedingt in den kommenden Tagen tun. Denn bald wird die rosarote Pracht wieder verschwunden sein. Ich konnte sie Anfang Juli bei der 6-Seen-Wanderung auf der Tauplitzalm erleben und es war ein großartiger Anblick. (Die Fotos stammen von dieser Wanderung). Diese Tour sei allen ans Herz gelegt, die sich ca. in fünf Stunden auf dem herrlichen Hochplateau bewegen wollen. Von See zu See, über Hügeln zum Wasser und wieder hinauf – eine wunderbare Landschaft, die sich relativ leicht erwandern lässt. Für Familien mit Kinderwagen und Kleinkindern  wurde eine neue Teilstrecke geschaffen und bis zum Steirerbankerl kommen auch weniger geübte Geher und kleine Bergfexe ohne gröbere Schwierigkeiten.

Von dort heißt es etwas mehr Kondition mitbringen, um noch den Steirersee und den Schwarzensee zu umrunden. Es zahlt sich auf alle Fälle aus! Der Steirersee ist mein Favorit. Ich finde, er bietet sogar Karibisches Flair mit seinen beiden kleinen Inseln und den hellen Wasserstreifen am Ufer. Außer den Alpenrosen bietet die Fauna noch viele weitere schöne Blumenkinder – Margeriten, Glockenblumen, Knabenkraut, Kreuzkraut, Steinnelken… und belebendes Grün in allen Schattierungen.

Paradies für Allergiker

Ausatmen, einatmen – ein Paradies für Pollenallergiker ist die auf 1600 m bis 2000 m Höhe gelegene Tauplitz auf alle Fälle. Die gute Luft ist garantiert pollenfrei und wenn man sie leider auch nicht speichern kann, so lindert dieser Ausflug immerhin für ein paar Stunden die Beschwerden. Wer länger in den Genuss der gesunden Luft kommen möchte, kann in mehreren Quartieren (Hotel, Hütten) übernachten.  Die Wanderziele werden nicht so rasch ausgehen.

Einsam ist es auf der 6-Seen-Tour sicher nicht, denn diese reizvolle Wanderung ist schon lange bekannt und beliebt. Der sumpfige Krallersee -der dunkle Großsee – der geheimnisvolle Märchensee – der von Kühen umringte Tauplitzsee – der  malerische Steirersee  und der einsame Schwarzensee; jeder strahlt eine eigene Aura aus und hat seinen individuellen Reiz.

Der fröhliche Wanderer bleibt gewiss fröhlich, weil er jederzeit seine Tour nach Lust und Laune verkürzen (oder erweitern) kann. Wenn die Hütte halt schon so einladend ist, die Sennerin von der Alm so fesch, die Kühe so zufrieden…

Almkrapfen mit Zirbengeist

In der Hütte, aber nur dort und am Ende der Tour, ist dann auch Zeit für ein kleines Stamperl Zirbenschnaps. Besonders witzig, wenn es inmitten eines Almkrapfen mit Vanillesauce, serviert wird. Vorher hat der Alkohol in den Bergen nichts verloren, weder in den Winter- noch in den Sommermonaten. Auch wenn der Weg nicht schwer ist, so erfordert doch jeder Schritt Konzentration. Auch eine harmlose Wurzel hat schon manchen Beinbruch ausgelöst, weil man sie übersehen hat. Kann natürlich auch nüchtern passieren, aber die Vorsichtigkeit lässt bekanntlich nach, wenn das Hirn umnebelt ist.

Fotos ohne Gefahr

Fotografen aufgepasst: Nicht während des Gehens fotografieren, auch da häuft sich die Unfallgefahr! Sobald man ein Bild schießen möchte – und dazu gibt es unzählige Möglichkeiten – unbedingt auf einer ebenen Fläche stehenbleiben, in Ruhe die Kamera nehmen, Motiv wählen, Foto machen, wieder einpacken und erst dann die Wanderung fortsetzen!

Respekt vor der Natur

Achten wir doch mehr auf die Natur! Sie bietet uns so viel. Sind wir doch dankbar dafür und zerstören wir sie nicht. Schmetterlinge, Insekten, Jungtiere – nicht nur die Flora, auch die Fauna lässt sich manchmal blicken. Aber Ameisenhügel sind nicht dazu da, um mit Stecken zerstört zu werden. Jungvögel wollen in ihrem Nest bleiben und nicht von Menschenhänden berührt werden. Wie würden wir uns fühlen, wenn uns ein Riese aus der vertrauten Umgebung reißt?
Plastikflaschen, Jausenpapier und Unrat jeder Art gehören nicht einfach weggeworfen, sondern wieder in den Rucksack gepackt und später entsorgt.  Es ärgert mich sehr, wenn ich wieder sehe, was „Umweltschweine“ angerichtet haben. (Liebe Schweine entschuldigt den Ausdruck, ihr seid nämlich saubere Tiere).

Was muss in den Rucksack?

Apropos Rucksack: Bei der 6-Seen-Tour reicht ein kleiner Rucksack völlig aus. Die Seen verfügen über Trinkwasserqualität und die Hütten laden ein, um Rast zu machen. Da reicht eine Ein-Liter-Wasserflasche, ein Pausensnack, ein Regenschutz etc. Nicht vergessen – auf dem Berg ist es kühler als im Tal! Dies empfindet man bei der großen Hitze bestimmt als angenehm, in der Früh kann es aber mit ca. 10° Unterschied zum Tal noch ganz schön kalt sein. Und ein frischer Wind oder Regenschauer kommt schneller als man denkt. Also lieber nach dem Zwiebelprinzip anziehen und sich dann der Überjacke entledigen. Bergschuhe sind ideal, Turnschuhe Minimum – Sandalen oder Schlapfen haben in den Bergen nichts zu suchen!

Pretty in Pink

Styleshop24 hat ihn auch, den Almenrausch. Rosa und Pink sind heuer absolute Trendfarben und fast kein Designer verzichtet darauf, diese Muntermacher im Programm zu haben. Sogar bei den Rucksäcken schimmert ein Hauch Rosa durch. Ecoalf (Modell Oslo Rosewood) und The Bridge (Modell Plume Soft Donna Rose) haben kleine handliche Rucksäcke im Rosé-Ton und bei Herschel gibt es den Dawson Women immerhin in Apricot.

Viel Spaß beim Wandern!  Bei der 6-Seen-Tour oder einem anderen lohnenden Ziel im wanderbaren Österreich!

Fotoapparat nicht vergessen!

 

 

 

 

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