Jedes Jahrzehnt ist durch eine Handtasche geprägt

unterschiedliche Handtaschen

Jede Tasche hat ihre Zeit

Vielleicht hat schon der Höhlenmensch eine Art Handtasche getragen. Einen Fellsack zum Beute einsammeln oder ein Behältnis aus Blättern und Zweigen? Möglich wäre es. Aber so weit geht meine Zeitreise nicht zurück. Ich beginne erst mit den Wilden Zwanzigern. Genau wie bei Kleidung und Schuhen, lassen sich auch Taschen einem gewissen Jahrzehnt zuordnen. Natürlich kommt es öfters zu einer Wiedergeburt eines Taschen-Stils. Alles ist schließlich schon einmal dagewesen und wird dann in leicht abgeänderter Form als Neuheit präsentiert. Auf Blumenkleider folgen puristische Muster, auf weite Hosen wieder enge Beinkleider. So ist es auch bei unseren geliebten Handtaschen. Einmal sind sie winzig klein, dann wieder unheimlich groß. Begleitet mich auf meiner Recherche durch das letzte Jahrhundert:

1920er

Durch die Entwicklung der Eisenbahn entdeckte der Mensch das Reisen und benötige außer Kisten und Koffern auch ein Gepäckstück für die Hand. Wo sollen Papiere, Ausweis, Geld hinein? In die Handtasche! Beliebt wurden kleine bestickte Beutel aus Stoff, die reich verziert mit Perlen, Netzen, Pailletten oder Fransen waren. Aufgrund der wirtschaftlichen Situation, Europa befand sich zwischen den Weltkriegen, wurde Leder zu teuer. Stoff oder synthetische Materialen ersetzten den teuren Rohstoff. Die Bubikopfträgerin im kessen Fransenkleid führte das glamouröse Täschchen bevorzugt am Abend aus. Es wurde unter dem Begriff „Dorothy-Bag“ bekannt. Das war eine wirklich kleine Tasche mit kurzem Henkel, die am Handgelenk getragen wurde. Dadurch überstand sie wohl den einen oder anderen Charleston und war auf der Tanzfläche live dabei.

Auch die „Pochette“ kann diesem Jahrzehnt zugeordnet werden. Es handelt sich dabei um eine längliche Clutch, die unter dem Arm geklemmt wird.

Und eine Erfindung eroberte die Welt – der Reißverschluss! Knöpfe, Bänder, Druckverschluss – gibt es natürlich immer auch noch bei Taschen, jedoch die meisten sind mit einem Reißverschluss ausgestattet.

1930er

Wenn die Welt vor dem Abgrund steht, hat man das Bedürfnis nach Glanz und Glamour. Leider zu oft wurde diese Erfahrung schon gemacht. Geld war wenig vorhanden und doch wollten die Frauen besonders elegant in Erscheinung treten. Man griff auf günstige Materialien zurück und versuchte durch reiche Verzierungen und liebevolle Details, die Taschen hochwertig und teuer aussehen zu lassen. Figurbetont und feminin war die Kleidung, klein und leicht die händischen Begleiter. Einen Lindy Hop (Tanzstil, Vorgänger Jive) zu Glen Millers „In the Mood“ hielt die Tasche der Dreißigerjahre schon aus.

1940er

Mode war kein Thema während des Krieges, wichtigere Dinge standen im Vordergrund. Die Kleider waren hochgeschlossen, dafür rutschten sie leicht übers Knie. Allmählich wurden die Taschen kastenförmiger und verloren das zierliche Erscheinungsbild. Jetzt war Funktionalität wichtiger als das Design.

1950er

Der Spaß an der Mode kam zurück und die Designer wurden experimentierfreudig. Kunststoffe, Bast, Stroh – alles Materialien, die die Taschen leichter und günstiger machten als Leder, wurden verwendet. Verschiedene Farben und Formen hielten Einzug in die Taschen-Modewelt. Sie hatten kurze Henkel, waren stabil und kantig. Und nicht nur die Begleiterinnen der Rock n’Roll Stars, wie z.B. Elvis Presley oder Jerry Lee Lewis, schmückten sich damit. Auch die Frau von nebenan besaß nun bereits mehrere Handtaschen. Pettycoat oder Bleistiftrock?  Marilyn Monroe oder Audrey Hepburn? Nicht leicht, diese Entscheidungen!
Die Kelly-Bag von Hermès, benannt nach Grace Kelly bzw. Gracia Patrizia, Fürstin von Monaco, ist bis heute ein Klassiker. (Rechteckiger Boden, Trapezform).

1960er

Nicht mehr nur die feinen Damen, sondern auch die wilde Jugend wurde als Käuferschicht angesprochen. Das Motto war Sex, Drugs and Rock’n Roll; auffallen, schräg sein, provozieren. Jetzt war Schluss mit dem Spießertum. Frauen trugen Hosen und durchsichtige Blusen. Das dürre Modell Twiggy machte der fülligen Brigitte Bardot Konkurrenz. Die Taschen blieben weiterhin eckig, kastenförmig und bunt. Vielleicht waren die 1960er das wildeste Jahrzehnt ever. Dagegen sind unsere Kinder direkt brav, oder?

1970er

Let the sunshin in, Blumenkinder, Hippie-Bewegung, Glücklich sein und Freiheit suchen. Zu Minirock, hot pants oder Rüschenbluse passte kein strenger Taschenstil. Große geräumige Schultertaschen mit Riemen oder Reißverschlüssen waren in. Und vor allem bunt mussten sie sein oder durch extravagante Muster auffallen. Taschen wurden erstmals konkret für gewisse Kleidungsstücke entworfen. Sie machten ein Outfit vollkommen. Das Discofieber grassierte, John Travolta und Olivia Newton John erlebten Summernights und ABBA eroberten die Welt.

1980er

Man trägt eine Tasche von … das Markenbewusstsein kam in die Köpfe der Kunden und es wurde bedeutend mehr Geld für eine Tasche ausgegeben als vorher. Jane Birkin war Namenspatin für die Birkin-Bag, das Must-have von 1984, ebenfalls von Hermès. Es handelt sich dabei um eine etwas sportlichere Variante der Kelly Bag und sie wurde zu einem richtigen It-Symbol. Die 1980er-Taschen hatten Qualität, wiesen klassische Elemente auf. Dress for success – dieses Motto wurde beim Taschenkauf berücksichtigt.  Designer wie Hugo Boss, Calvin Klein, Armani, Versace, Chanel, Lacroix – um nur einige zu nennen – waren absolut on top.

1990er

Neonfarben everywhere, oder der eher düstere Grunge-Look? Lucilectric oder Nirwana? Man griff entweder zu neonfarbenen Taschen oder zu welchen aus Jeansstoff. Sie waren wieder einmal kleiner und kastenförmig und zeigten auf einmal Logos, Gesichter oder Statements. Die hatten nicht selten mit den beliebten Girl- oder Boybands zu tun, die sich auf allen Bühnen tummelten. Verstärkt machten sich Rucksäcke und Bauchtaschen bemerkbar. Es gibt eben auch Taschen, die nicht in der Hand getragen werden wollen.

2000er

Zur Jahrtausendwende wurden die Taschen wieder kleiner und kompakter und das Leder feierte eine großartige Rückkehr. Kurze und lange Henkel kamen zum Einsatz und häufig zierten große Schnallen die Vorderseiten der Taschen. Die Bucket Bags und Schultertaschen wurden zum bauchfreien Top, zu Bootcut-Jeans oder Jogginganzügen getragen. Britney Spears sag „Oops! I did it again“ und alle sahen wir Big Brother im TV.

2010er

Nach den kleinen Taschenlieblingen wurden nun wieder die großen, auch kastenförmige, Taschen – wieder einmal – ins Rampenlicht gerückt. Man wollte es entweder sehr bunt oder schlicht und weiß. Im XX-Large-Shopper fanden sich Overknees, Spitzenshirts, Blazer mit Schulterpolstern(!) und CD’s von Kate Perry und Bruno Mars.

Gegenwart

Und was tragen wir heute? Beuteltaschen, Henkeltaschen mit Logos, Durchsichtiges, Glänzendes, Taschen mit Fransen, Verzierungen, Gurten – alles schon mal dagewesen, doch wieder neu kreiert. Wir tragen sie zu duftigen Blumenkleidern, lässigen Streifenhosen oder schillernden Outfits. Bei Styleshop24 findet ihr alles was Rang und Namen hat. Die neuesten Trends, tolle Markenartikel, außer Damentaschen auch Businesstaschen, Kabinengepäck, Koffer und Trolleys.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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