Souvenirs, Souvenirs!

 

Magnete und Schmuck

Magnete und Schmuck aus Frankreich

Souvenirs, Souvenirs,
kauft ihr Leute, kauft sie ein!
Denn sie sollen wie das Salz
in der Lebenssuppe sein.

Von der Gitarre eine Seite,
die Elvis schlug
und den Verschluss der Bluse,
den die Lollo trug.

So beginnt der alte Schlager von Bill Ramsey, der Ende der Fünfziger Jahre das erste Mal im Radio erklang.

Warum kaufen wir gerne Souvenirs?

Natürlich weil sie uns an den Urlaub erinnern! Oder an einen Ausflug, ein gemeinsames Erlebnis. Jedesmal wenn man das kleine – oder auch große – (ich denke an eine riesige Holz-Statue, die meine Freundin durch ganz Südamerika geschleppt hat) Souvenir betrachtet, erinnert man sich an eine schöne Zeit. Das Unterbewusstsein bringt die Urlaubsgefühle zurück, lässt nur mehr die guten Emotionen zu. Keiner denkt mehr an den Stau, das vielleicht nicht so perfekte Hotel, die laute Einkaufsstraße oder den zu weit entfernten Strand. Nur mehr die Glücksmomente nisten sich in unsere Gedanken ein, wie ein Weichspülprogramm (erinnert sich noch jemand an die kleinen Faserschmeichler einer Waschmittelwerbung?)

Vorsicht bei Muscheln, Sand und Steinen

Meine ersten Urlaube führten mich an die Adria – Rimini, Jesolo, Lignano, Bibione – und natürlich, wie alle Kinder, sammelte ich Muscheln, jeden Tag wieder. Kiloweise liegen sie noch auf dem Dachboden, ein paar besonders schöne Exemplare dürfen zur Sommerzeit auch die Wohnung schmücken. Es gibt auch ein paar Kieselsteine von kroatischen Stränden. Etwas mitzunehmen, das man selber gefunden hat, war früher überall erlaubt – vom allgemeinen Strand, selbstverständlich nicht von archäologischen Stätten. Sonst gäbe es kein Kolosseum in Rom mehr oder keine Akropolis in Athen. Heutzutage heißt es aufpassen und vorsichtig sein, bzw. sich vorher informieren, was erlaubt ist mitzunehmen und was nicht. Sonst kann das ordentlich ins Geld gehen. Unlängst habe ich gelesen, dass eine Flasche Sand aus Sardinien eine Strafe von 1.000 Euro nach sich gezogen hat!

Was ist beliebt?

Karten

Ansichtskarten werden gerne gekauft, und einige davon landen bei Freunden in der Heimat. Der Großteil aber wird gesammelt und selbst behalten. Auf den Karten sind meisterhafte Aufnahmen zu sehen, die man auch als guter Fotograf nicht schaffen kann. Spezielle Fotos von oben oder Panorama-Ansichten ergänzen dann das eigene Fotomaterial.

Magnete

Seit ein paar Jahrzehnten gibt es sie – meine heißgeliebten Magnete! Motive von Sehenswürdigkeiten, lustige Sprüche, Typisches aus diesem Land – bei der Gestaltung gibt es keine Grenzen und die kleinen Kunstwerke werden immer aufwendiger gestaltet, leider auch teurer in der Anschaffung. Vorbei sind die Zeiten, wo ein Magnet nur einen Euro kostete. Mittlerweile heißt es im Durchschnitt schon 4 – 5 Euro berappen und das geht dann, bei einer leidenschaftlichen Sammlerin wie mir, auch schon ins Geld. Aber die Wirtschaft muss leben und meine kleinen Freunde sind (fast) jede Ausgabe wert.

Begonnen habe ich mit einer Metallplatte im A4-Format, demnächst bekomme ich eine ganze Wand für meine mittlerweile geschätzten 1000 Stück! Natürlich sind nicht alle Magnete nur Urlaubssouvenirs, bzw. von eigenen Reisen. Ich bekomme auch welche von Familienmitgliedern und Freunden und finde auch in Österreich das eine oder andere Stück. Favoriten bleiben natürlich jene Magnete, die ich mir selber auf meinen Reisen gegönnt habe. Einige Freundinnen haben sich den Sammeltrend von mir abgeschaut und unlängst habe ich gelesen, dass sogar sage und schreibe schon 48 % der Österreicher Magnete sammeln! Ich bin aber schon sehr wählerisch. Je kleiner desto lieber, je feiner auch. Natürlich blüht der Kitsch und es gibt Riesenunterschiede in der Qualität, Vergleiche lohnen sich durchaus.

Schlüsselanhänger

Die Fangemeinschaft wächst! Schlüsselanhänger gibt es ebenfalls wie Sand am Meer. Da baumeln Eiffeltürme, kleine Meerjungfrauen, Big Bens oder Freiheitsstatuen, oft mit beachtlichem Gewicht. Wenn ich mir vorstelle, dass da auch noch Schlüssel dranhängen sollen? Aber vielleicht landen die Schlüsselanhänger auch fein säuberlich aufgereiht in einer Vitrine.

Schmuck

Da bin ich ebenfalls „gefährdet“, natürlich nur, wenn die Ohrringe, das Armband oder die Kette preislich im vernünftigen Bereich liegen. Es ist nicht alles Gold was glänzt – wer kann schon sagen, ob es echt ist? Das muss es auch nicht sein, weil andere Materialien oft den Charakter des jeweiligen Landes viel mehr zur Geltung bringen. Zum Beispiel der synthetische Opal aus Kreta – beim Tragen dieser Ohrringe, die in allen blau-türkis Tönen schillern, sehe ich schon das Griechische Meer vor mir. Oder bei dem zarten Armband mit einer Sternenrosette aus Frankreich – das erinnert mich an die zahlreichen schönen Glasfenster der dortigen Kathedralen. Und die bunte Steinekette aus Barcelona bringt mich sofort auf die Mosaikbank des Park Güells von Meister Gaudi zurück.

Abzuraten ist vom Schmuckkauf in Fabriken, die oft bei Gratisfahrten besucht werden. Dies gilt auch für Lederwaren und Teppiche. Die Touristen werden dort abgeliefert, weil der Reiseveranstalter Prozente bekommt. Die Ware ist im Normalfall nicht schlecht, aber bessere, schönere und günstigere Artikel findet man anderswo!

Kleidung

Wie eine kleine Umfrage im Kollegenkreis ergeben hat, werden oft T-Shirts für Kinder gekauft, ein nettes Mitbringsel. Sie sind sehr günstig auf den Märkten und meistens durchaus von guter Qualität. Doch auch Erwachsene kaufen gerne, lässt es sich doch so herrlich handeln auf den Märkten und Basaren. Tommy Hilfiger und Hugo Boss um 10 Euro? Das ist jedem selber überlassen, „echt“ ist diese Ware nicht! Ich erfreute mich jahrelang an einem bestickten Leinenkleid aus Marokko, typisch für diese Gegend, das mich immer wieder in den Zauber des Orients versetzte. Von diversen Fake-Produkten lasse ich die Finger.

Taschen und Accessoires

Trotz Styleshop24 – der Kollegenkreis kauft gerne im Urlaub Taschen, Rucksäcke, Geldbörsen, und Gürtel. Warum auch nicht? Die Qualitätsprodukte kommen von daheim, die Souvenirs aus dem Ausland. Geflochtene Urlaubstaschen für den Strand, bunte Rucksäcke mit lustigen Motiven, knallige Taschen aus Bast, ein besonders schönes Ornament am Gürtel – kauft ihr Leute kauft, und wenn einmal etwas beim Trödler Abraham landet, dann ist das auch nicht schlimm.

Dekoration

Deko-Artikel boomen, eine ganze Branche hat sich daraus entwickelt. Der Keramikfisch für den Wintergarten, die Lampe in Leuchtturmform für die Garderobe, das Zitronen-Service für den Sonntagstisch, die Olivenholzschale für das Obst – die Menschheit wird bedient, die Grenze zwischen Kunst und Kitsch verschwimmt. Hauptsache es gefällt demjenigen, der es sich an Ort und Stelle gekauft hat. Nichts anderes zählt. Wandteller stehen hoch in der Gunst der Käufer, auch Schneekugeln, Keramikartikel – Häferl und Vasen – und Holzartikel.

Ausgefallenes

Es gibt auch Souvenirjäger, die auf der Suche nach ausgefallenen Dingen sind. Da muss man sich schon besonders anstrengen, um fündig zu werden. Schuhe aus alten Autoreifen hat nicht jeder, eine Originalausgabe eines Gedichtbandes bestimmt auch nicht. Diese Dinge findet man dann allerdings nicht am Wochenmarkt oder in der Boutique. Da heißt es dann am Flohmarkt stöbern, nach alten Geschäften in engen Gassen Ausschau halten, Tipps von Einheimischen erfragen usw. Die Mühe lohnt sich!

Kulinarisches

Auch das wird gesammelt, und nicht zu knapp! Der Schinken und der Parmesan aus Italien, die Oliven und der Retsina aus Griechenland, der Cava aus Spanien, das Biscuit und der Camembert aus Frankreich und, und, und… aber schmeckt es auch wie im Urlaub? Oder war der italienische Landwein so gut, weil beim Genuss die Sonne im Meer versank? Schmeckte der Ouzo nicht besser, weil danach Sirtaki getanzt wurde? Manches schmeckt einfach am Urlaubsort besser.

Souvenirs, Souvenirs – es gibt nichts, was es nicht gibt. Macht die Augen auf, vergleicht,  gustiert und kauft euch das eine oder andere Erinnerungsstück. Das originellste Souvenir fanden Freunde, die heuer in der Ukraine waren – eine Rolle Toilettenpapier mit dem Antlitz von Präsident Putin! Nur gut, dass es nicht in der Steiermark bei einer gewissen Hochzeitsfeier gelandet ist!

 

 

 

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